Monte Sophia - Blick vom größten (künstlich angelegten) Berg der Welt   (4,0 based on 20 ratings)    viewed: 2463x
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1 Rekultivierung Tagebau Garzweiler I
2 Vollrather Höhe, 187 m
3 Kirch-Troisdorf
4 Königshovener Höhe, 105 m
5 Kraftwerk Frimmersdorf (635 MW)
6 Bedburg
7 Oberembt
8 Kraftwerk Neurath/BoA (4400 MW)
9 Frimmersdorfer Höhe, 111 m
10 REpower 3.4M104 (3,7 MW)
11 Rekultivierung Tagebau Fortuna-Garsdorf
12 Mittleres Revier
13 Niederembt
14 Erftaue
15 Kraftwerk Niederaußem/BoA (3669 MW)
16 Rekultivierung Tagebau Bergheim
17 Abtsbusch, 142 m
18 Tollhausen
19 Bergheim
20 Glessener Höhe, 205 m
21 Esch
22 Fernsehturm Colonius
23 Angelsdorf
24 Quadrath-Ichendorf
25 Elsdorf
26 Röttgenhöhe, 163 m
27 Giesendorf
28 Kohleveredlungsbetrieb Frechen
29 Kraftwerk Goldenberg (171 MW)
30 Tagebau Hambach, -293 m NN
31 Südrevier
32 Absetzer 761
33 Die Ville
34 überhöhte Innenkippe
35 Kerpen-Manheim (Ort vor Abgrabung)
36 laufende Rekultivierung

Details

Location: Sophienhöhe (210 m)      by: Matthias Stoffels
Area: Germany      Date: 30.03.2014
Nebem dem Mitteldeutschen und dem Lausitzer Revier ist das Rheinische Revier in der südlichen Niederrheinischen Bucht die wohl bedeutendste Braunkohlen-Lagerstätte in Deutschland.
RWE Power (früher Rheinbraun) betreibt hier im sogenannten West- und Nordrevier drei Großtagebaue von denen der 1978 aufgeschlossene Tagebau Hambach mit einem genehmigten Abbaufeld von 8500 ha der mit Abstand Größte ist.
Da die Braunkohle der rund 70 bis 100 Meter mächtigen tertiären Hauptflözgruppe im Abbaufeld Niederzier/Hambach erst in Tiefen von mehr als 160 Meter unter Geländeoberkante ansteht, mussten bevor der erste Kohlenzug den Tagebau Hambach verlassen konnte, zunächst einmal große Mengen an Abraum bewegt werden.
Rund 1,1 Milliarden Kubikmeter dieses Abraums, wurden bis 1990 dazu verwendet, um die über 1.000 ha große Außenkippe Sophienhöhe aufzuschütten.
Sie überragt mit einer Höhe von mehr als 300 Meter über NN als größter von Menschenhand geschaffener Berg die in sich nur wenig gegliederte Landschaft der Jülicher Börde um mehr als 200 Meter und ist gleichzeitig die höchste Erhebung der Niederrheinischen Bucht.

Von der Ostflanke der Sophienhöhe, an der dieses Panorama bei zugegeben eintönigem aber für die Niederrheinische Bucht nicht untypischem Himmel entstanden ist, hat man einen sehr eindrücklichen Blick über die weite Bördenlandschaft hinweg bis hin zu den Großkraftwerken am Ostrand des bereits weitgehend rekultivierten Mittleren Reviers.

Unmittelbar südlich an die Sophienhöhe angrenzend, entsteht zur Zeit in den bereits ausgekohlten Bereichen des Tagebaus Hambach die überhöhte Innenkippe. Bis zum Ende des Abbaus (voraussichtlich 2045) wird daher die Fläche der Sophienhöhe noch einmal um zahlreiche Hektar anwachsen.

Nota bene: Ich habe die Beschreibung des Panoramas hier bewusst wertneutral formuliert. Ein Jeder möge sich beim Betrachten der tiefgreifenden Eingriffe in das Landschaftsbild ein eigenes Bild über die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Braunkohle-Förderung machen.

Technische Details: 31 HF-Aufnahmen (Freihand) mit Canon EOS 1100D (Sigma 50-200@135 mm, F8.0, 1/320s, ISO 100), RAW-Entwicklung mit Darktable 1.2.3, Stitching mit Hugin-2013.0, weiterer Workflow mit Gimp 2.8.x (zur Verbesserung der Schärfe)

Comments

Ungeheuer beeindruckend. Ganz großartig gemacht, Matthias, sowohl das Panoramabild als die Beschreibung. -293 m NN, Tagebau Hambach, das ist fast nicht vorstellbar, genau so die Sophienhöhe mit über 300 m Höhe. Dann der Gegensatz zu der Landschaft mit den Ackerflächen und den blühenden Weißdornhecken - und den paar Windrädern. Die Großkraftwerke - Neurath 4400 MW! - und der Himmel sind die Krönung. Da kommen Erinnerungen an Schwefeldioxidgestank in Lübbenau und Vetschau hoch, wo wir Regelungstechnik gewartet haben.
2014/04/12 18:34, Heinz Höra
Bei diesem Pano kommt es nun wahrlich nicht auf die Fernsicht oder das Wolkenbild an. Es ist vielmehr eine wunderbar gelungene Dokumentation der Braunkohlelandschaft am Niederrhein.
Die Schärfung mit Irfan scheint mir etwas bessere Ergebnisse zu liefern als gimp. Käme mal auf einen Versuch an.
P.S.: Die von Heinz angesprochenen Braunkohlereviere ganz im Osten gehören bekanntermaßen in meinen Zuständigkeitsbereich (z.B. Nr. 8465 u.a.) :-)
LG Jörg
2014/04/12 20:17, Jörg Nitz
Eine wirlich beeindruckende Dokumentation, wie Landschaft von Menschen gestaltet wird. Besonders spannend finde ich den Gegensatz zwischen ländlicher Idylle, Landschaftszerstörung und beginnender Rekultivierung. Die eher trüben Fernsichtverhältnisse unterstreichen die Stimmung. Ich bin gespannt, wie das in einigen Jahren aussieht. Halt uns auf dem Laufenden.
2014/04/12 23:17, Jörg Braukmann
Äußerst beeindruckend in Bild und Wort, Matthias - habe das schon mehrmals angesehen, inzwischen ist von den Kommentatoren alles gesagt!

Herzliche Grüße und einen guten Start in die Osterwoche!
Hans-Jörg
2014/04/13 22:15, Hans-Jörg Bäuerle
Starkes Panorama - dokumentarisch, aber irgendwie doch schoen anzuschauen! VG Augustin
2014/04/14 00:20, Augustin Werner
Gewaltige Ausmasse 
beschert uns Dein Panorama!
Hochaktuell, die bildliche Darstellung einer Energiegewinnung!
Sehr erwähnenswert

Gruss Walter
2014/04/14 14:18, Walter Schmidt
@Jörg N.
Vielen Dank für Deinen Hinweis zur Schärfe. Ich muss gestehen, ich war mit der Tiefenschärfe selbst auch nicht 100%ig zufrieden. Insofern war es ganz gut hierzu eine weitere Meinung zu hören.
Da ich jedoch zu Hause ausschließlich Linux-Betriebssysteme einsetze, war der Schärfungs-Versuch mit einer nativen IrfanView-Installation so nicht ohne Weiteres möglich. Ich habe daher zunächst einmal IrfanView mittels Wine bei mir lauffähig machen müssen.
Leider brachte der Einsatz von IrfanView bezüglich der Schärfe nicht den erhofften Erfolg. Die Tiefenschärfe war zwar nun insgesamt besser, aber um die Nadelbäume herum entstanden extreme Schärfungsartefakte und der Himmel wies ein wesentlich intensiveres Farbrauschen auf.
Der missglückte Versuch hat mir aber keine Ruhe gelassen und ich habe meinen normalen Gimp-Workflow für dieses Panorama angepasst und vor jedem Skalieren eine Schärfung um 20 Prozent durchgeführt. Ich denke, das hat viel gebracht und die Schärfe ist jetzt deutlich besser als bei der Vorgängerversion.
Herzliche Grüße, Matthias.
2014/04/14 16:11, Matthias Stoffels
Matthias, ich nutze IrfanView selbst auch nicht, sehe und höre aber von Anderen nur Positives. Daher kann ich zur Handhabung nichts sagen. Die neue Version ist ganz hervorragend gelungen!
LG Jörg
2014/04/14 19:07, Jörg Nitz
Man muß bei IrfanView natürlich auch den Schalter bei "Apply sharpen after Resample" setzen und Resample sinnvollerweise mit Lanczos oder B-Spline ausführen.
2014/04/14 19:29, Heinz Höra
Hervorragendes Dokument einer geschundenen Landschaft, dies sogar noch recht dezent. Und dann gibt es Leute, die sich über Windräder echauffieren. Die wohnen vermutlich nicht hier. LG Arno
2014/04/14 19:31, Arno Bruckardt
@Heinz
Vielen Dank für Deinen zusätzlichen Tipp, aber genau diese Optionen hatte ich beim mehrfachen Skalieren gesetzt und das oben beschriebene Ergebnis erhalten. Dennoch scheint mir der Schärfen-Algorithmus bei IrfanView sehr effizient und ausgereift zu sein. Ich werde das als Alternative auf jeden Fall im Auge behalten.
@Alle
By the way: Die ursprünglichen Planungen für den Tagebau Hambach sahen eine spätere Erweiterung bis zur heutigen Autobahn A 61 vor ('Hambach II').
Damit wäre auch der gesamte Bereich mit den Ackerflächen im Vordergrund und die Siedlungsfläche der Gemeinde Elsdorf abgegraben worden. Diese Kuh scheint aber mittlerweile vom Eis zu sein.
Herzliche Grüße, Matthias.
2014/04/14 21:57, Matthias Stoffels
@Matthias, das Besondere am IrfanView-Algorithmus ist aber, daß man das Resamplen auf einen Ritt machen kann und mit dem eingestellten, anschließenden Schärfen tatsächlich sehr gute Ergebnisse erzielt - vergleichbar mit dem von mir benutzten IntelliSharpen.
2014/04/14 22:15, Heinz Höra
Tolle Doku der Gegenwart in unserer Heimat, Matthias! VG Peter
2014/04/17 23:41, Peter Brandt
Herrlich die rekultivierten Landschaften hier und auch wie schön sie sich entwickelt haben..

Dwine Auswahl würde ich aber vorsichtig anzweifeln denn die Kunstberge in Thüringen und im Görlitzer Raum(Neuberzdorfer Höhe) sind deutlich über 300m..

��

LG Seb
2014/04/23 10:42, Sebastian Becher
Sehr bemerkenswerte Dokumentar-Fotographie mit guter Beschreibung.
2014/04/24 23:00, Christoph Seger
@Seb
na ja, schön ist vielleicht anders; immerhin verzichtet man bei der südlichen Erweiterung der Sophienhöhe auf die klassische Tafelhalden-Bauweise und versucht im Böschungsbereich mehr von der Natur abgeleitete Morphologien zu realisieren.

Du hast natürlich recht bei der reinen Höhenbetrachtung. Hier gibt es z.B. im Kalibergbau bestimmt noch höhere Halden (Monte Kali, ca. 530 m ü. NN), aber was das rein verkippte Volumen angeht, sucht die Sophienhöhe (inkl. der überhöhten Innenkippe) sicherlich ihresgleichen.

Herzliche Grüße, Matthias.
2014/04/25 21:28, Matthias Stoffels
Sehr gut gemacht, nicht nur die Dokumentation dieser gottverlassenen Gegend (die ohne künstlichen Berg noch trostloser wäre), sondern auch der ins Bild gesetzte Kontrast von erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energie mit der zugehörigen Technik. Hab auf der anderen Seite dieses "Berges" mal ein paar Jahre verbracht und auch öfters den Kinderwagen diese breiten Wege raufgeschoben... VG Martin
2014/04/26 18:07, Martin Kraus

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